Sonntag, 18. November 2007

historicum.net

Geschichtswissenschaften im Internet

Historicum.net sieht sich als „Netzwerk“ für die Geschichtswissenschaften, an dem sich sowohl Institutionen, als auch Einzelpersonen beteiligen können.
Der Ursprung der Website liegt im Server Frühe Neuzeit, der zwischen Februar 1999 und Februar 2003 ein gemeinsames Projekt des Historischen Seminars der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Bayrischen Staatsbibliothek war. Mit der Zeit entwickelte sich das Projekt zu einem „übergreifenden Portal“.
Im August 2004 übernahm der Verein „historicum.net – Geschichtswissenschaften im Internet e.V.“ die Trägerschaft des Projektes (er hat sie auch für die Seiten sehepunkte und zeitenblicke).
Der Zweck des Vereins ist laut eigener Angabe die Förderung von Wissenschaft und Forschung durch die Entwicklung, Bereitstellung und Anwendung der digitalen Medien im Bereich der Geschichtswissenschaften.

Gelangt man auf die Website, so hat man einen Balken mit fünf Hauptthemengebieten vor sich. Diese sind Home, Themen, Länder, Recherche und Lehren & Lernen. Zudem steht eine Suchmaske mit der Möglichkeit zur Erweiterten Suche zur Verfügung. Wählt man diese, so kann man mit Hilfe von Titel, Freitext/Volltext, Autor, Schlagwort und Dokumenttyp das Gesuchte finden.
Ebenfalls im oberen Teil der Seite befindet sich der Direktzugang zu folgenden Portalen: zeitenblicke (Online-Journal für die Geschichtswissenschaften), sehepunkte (Rezensionsjounal für die Geschichtswissenschaften) und lesepunkte (Schüler schreiben für Schüler), sowie die Punkte Über uns, Impressum, Newsletter (der durch Eingabe der E-Mail Adresse abonniert und auch wieder abbestellt werden kann) und die Bereiche Presse, Partner, Hilfe und Kontakt.
Beim Impressum, das äußerst professionell aufgebaut ist, finden sich die Adresse der Geschäftsstelle, die Telefonnummer und E-Mail Adresse, sowie der Haftungsausschluss in Bezug auf die extern erstellten Bereiche, Copyright Angaben, Zitierhinweise und diverse andere Angaben.

Im Bereich Home, der auch als Startseite fungiert, fällt zuerst der Punkt „Neu im Portal“ auf, wo die aktuellsten Beiträge aufscheinen. Hier wird ersichtlich, welche Themen in der letzten Zeit aktuell waren, beziehungsweise wie oft neue Beiträge verfasst werden. In diesem Fall sind vier der fünf „neuen“ Beiträge zum Thema Hexenforschung, wobei der letzte mit 23.10.2007 datiert ist. Man kann sich auch alle Neueinträge auflisten lassen (hier sind es 63, sie reichen bis Juni 2006 zurück).
Ebenfalls auf der Startseite findet sich eine Übersicht aller Themen, die sich in die drei Gruppen Frühe Neuzeit, 19./20. Jahrhundert und Epochen übergreifend aufteilen.
Bei den Notizen, gelangt man (derzeit) zum historicum.net – Quiz und zur Informationsplattform open-access.net.
Auch die Förderer und Partner scheinen auf der Startseite auf.

Den zweiten Hauptpunkt bilden die Themen, die sich bei der Frühen Neuzeit in Hexenforschung, Jüdische Geschichte, Schwabenkrieg, Reformation, Bauernkrieg, Achtzigjähriger Krieg, Friedensverträge der Vormoderne, Medien und Kommunikation, Pompadour und ihre Zeit und Französische Revolution teilen.
Im 19. und 20. Jahrhundert werden die Bereiche Napoleon Bonaparte, Risorgimento, Zwangsarbeit Rhein-Erft-Rur, der Bombenkrieg, sowie die Internationale Geschichte behandelt.
Als Epochen übergreifend gelten die Klassiker der Geschichtswissenschaft.
Die Themen werden jeweils kurz vorgestellt, dann erfolgt eine Unterteilung, die von Thema zu Thema unterschiedlich aussieht. Dies können Definition, Lexikon, Quellen, Bibliographie, Redaktion, Links, Zeitleisten und vieles mehr sein. Bei fast allen werden Informationen über die für den Bereich Verantwortlichen gegeben.
Der Schwerpunkt der Themen liegt in der Frühen Neuzeit, wobei die verschiedenen Themenbereiche von externen Kooperationspartnern betreut werden.

Die Länder teilen sich in Estland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, Litauen, Ostmitteleuropa, Polen, Slowakei, Spanien und Tschechien. Jedes Land, beziehungsweise jeder Raum wird eigens und durch die verschiedenen Verantwortlichen auch unterschiedlich behandelt.

Im Bereich Recherche soll mit einem Linkkatalog ein Überblick über ausgewählte Informationsressourcen im Internet geboten werden.
Unter Institutionen findet man die Unterteilung in Bibliotheken und Archive mit Bibliotheken allgemein, Historische Bibliotheken (hier wird unter anderem auf Clio-online verwiesen), Neuerwerbungsdienste und Archive und Forschungseinrichtungen (historische Institute, Akademien, Fachgesellschaften, Forschungsförderung).
Die Literaturrecherche teilt sich in Verbundkataloge, Elektronische Volltexte, Bibliographien und Aufsatzrecherche.
Weitere Punkte sind die Fachzeitschriften mit Übersicht, Elektronischen Zeitschriften und Elektronischen Rezensionenjournal und die Digitalisierten Quellen, die in Text- und Bildressoucen geteilt sind.
Die Lexika- und Nachschlagewerke teilen sich in Allgemeine, Fachspezifische und Historische Lexika. Zudem gibt es noch die Fachportale.

Beim Lehren & Lernens bietet Tutorials und Informationen für Lernende ebenso wie für Lehrende.
Beim Lehren & Lernen finden sich die Punkte Archiveinführung, Computer im Geschichtsstudium, Internet im Geschichtsstudium, Arbeiten mit Quellen, Webkatalog: Lehre und Internet, Geschichtsdidaktik, Schriften Winfried Schulze und Link-Winks.
Die Archiveinführung versteht sich als Gebrauchsanleitung mit Schwerpunkt auf Archiv-Laien. Der Autor dieser Einführung ist selbst seit Jahren Archivar.
Bei den Computern im Geschichtsstudium handelt es sich um ein Tutorial (Ergebnis eines Projektes an der Universität Köln), dessen Schwerpunkt auf einführenden und allgemeinen Informationen liegt und sich gerade an studentische Anfänger richtet. In der Vorstellung des Tutorials wird allerdings darauf hingewiesen, dass das Projekt bereits veraltet ist und es wird auf Ad fontes und Geschichte Online verwiesen.
Die Computer im Geschichtsstudium werden durch das Internet im Geschichtsstudium ergänzt, wo diverse Internetangebote und deren Möglichkeiten gezeigt werden. Auch dieser Teil richtet sich eher an Anfänger.
Beim Arbeiten mit Quellen handelt es sich um eine kurze Einführung in die Methodik der Quellenarbeit und um Einzelanalysen zu bestimmten Quellenarten.
Der Webkatalog ist mit Internetseiten, die sich mit Fragen zur internetgestützten Lehre der Geschichtswissenschaft beschäftigen, verlinkt, wobei sämtliche hier aufgelisteten Seiten überprüft wurden.
Die Schriften von Prof. Dr. Winfried Schulze sind eine Auswahl seiner Artikel, die in dieser Form digital nutzbar gemacht wurden.
Die Link-Winks werden wöchentlich veröffentlicht und behandeln einzelne, für die frühneuzeitliche Geschichte nützliche Online-Angebote.

Alles in allem ist die Homepage sowohl formal, als auch inhaltlich von hervorragender Qualität und ein Gewinn für jeden, der sich mit Geschichte (vor allem mit früh-neuzeitlicher Geschichte) beschäftigt.

Zusatz:
Bei all den positiven Eigenschaften darf allerdings nicht vergessen werden, dass die Website nur einen kleinen Teil der Geschichte abdeckt. Es sind wie schon vorher behandelt die Frühe Neuzeit und das 19. und 20. Jahrhundert, das allerdings nur gestreift wird.
Allerdings erklären die Verantwortlichen des Projekts, dass die Website noch im Ausbau ist, was viele Chanchen in sich birgt.
Auch der Bereich der Länder ist noch ausbaufähig.

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